Der Nationalpark Orjen

Der Orjen Nationalpark gehört zu den sechs montenegrinischen Nationalparks und umfasst das stark verkarstete Orjen-Gebirge im Nordwesten der Kotor Bucht. Bereits 1960 wurde der Nationalpark geplant, mit der Umsetzung dauerte es jedoch Jahrzehnte. Das litorale Hochgebirge ist einzigartig im Dinarischen Gebirge und beherbergt eine abwechslungsreiche Vegetation.

Einzigartiges litorales Hochgebirge in den Dinariden

Erste Pläne für einen Nationalpark im Orjen-Gebirge gab es schon seit den 60er Jahren. Im Jahr 1979 wurde schließlich ein Teil des Gebietes zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt, der Nationalpark ließ jedoch weiter auf sich warten. Erst im Jahr 2007 veranschlagte die montenegrinische Regierung 19.000 Hektar Grund als Nationalpark, die Umsetzung lässt jedoch nach wie vor auf sich warten. Bis heute schaffte Montenegro nur das Bürokratische. Besonders hinderlich ist das Fehlen einer wissenschaftlichen Dokumentation. Eines ist jedoch sicher: das Orjen Gebirge ist in den Dinariden das einzige litorale Hochgebirge und zudem atemberaubend. Das Gebirge grenzt sich durch ein sogenanntes Megakliff, eine zwischen 800 und 1.300 Meter hohe Steilstufe, vom Meer und der Umgebung ab. Der Orjen ist eine Bruchscholle, die tektonisch gehoben wurde und nun rund 1.000 Meter über dem Karsthochland und der Bucht von Kontor thront. Die fjordartige Bucht an der dalmatinisch-montenegrinischen Adriaküste ist somit der tiefste Punkt des Orjen. Aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede ist auch die Vegetation in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich. Der Nationalpark Orjen bietet in den unteren Lagen immergrüne Hartlaubwälder und Kiefernwälder sowie endemische Tannen in den Hochlagen. Auf einer Fläche von 400 Quadratkilometern wird der Orjen aus vier Karstplateaus aufgebaut.

Untypische Niederschlagsmengen im mitteleuropäischen Raum

Im Orjen Nationalpark herrscht subtropisches Winterregenklima. Das bedeutet, dass im milden Winter die Hauptniederschläge stattfinden, allerdings sind auch die anderen Jahreszeiten nicht unbedingt regenfrei. In den heißen und langen Sommermonaten sind Juni, Juli und August zwar relativ trocken, allerdings fällt im Sommer rund 25 Prozent des jährlichen Regens. Die Menge des Niederschlags erhöht sich mit steigender Höhe. Die Vegetation im Orjen Gebirge profitiert jedoch von dieser hohen Niederschlagsmenge. Somit besitzt das Gebirge trotz der trockenen Kalkböden eine üppige Vegetation und großflächige Hochwälder. Zonen mit der besonderen Schlangenhaut-Kiefer werden im Orjen Gebirge als Reservat ausgewiesen. Zudem beherbergt Risan, eine Kleinstadt in der Bucht von Kotor, einen wunderschönen Lorbeerwald. Im Hochland bleibt der Schnee erst ab November liegen und hält bis März oder April. Auch wenn die Temperaturen mit steigender Höhe sinken, fallen die Tiefstwerte doch recht moderat aus, schließlich befindet sich der Park nur rund zehn Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Vor allem die heißen Sommertage und deren häufige Sommergewitter können im Orjen Gebirge gefährlich werden. Die niedrige Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit verdorrter Vegetation und Gewittern führt nicht selten zu Bränden durch Blitzeinschläge.

Fantastisches litorales Hochgebirge

Der Orjen Nationalpark ist ein einzigartiges litorales Hochgebirge im Dinarischen Gebirge Montenegros. Pläne für einen Nationalpark im Orjen Gebirge gab es schon seit den Sechzigern, aber erst im Jahr 2008 rang sich die Regierung Montenegros schließlich zu einer Veranschlagung eines bestimmten Gebietes durch. Durch das subtropische Winterregenklima findet man im Nationalpark eine üppige Vegetation. Im Sommer ist es hingegen heiß und relativ trocken, was bei Gewittern häufig zu, durch Blitzeinschläge verursachten, Bränden führt.

Bild gehört: melann411 – Fotolia

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