Ein Nationalpark ist ein eindeutig abgegrenztes, großräumiges Gebiet, das durch besondere Maßnahmen vor schädlichen menschlichen Eingriffen und vor Umweltverschmutzung geschützt wird. Dabei handelt es sich um Naturlandschaften mit speziellen Eigenarten oder mit wertvollen Schätzen der Natur. Nationalparks sind in einem möglichst natürlichen, vom Menschen unberührten Zustand.
Bewahren und schützen
In der Regel sind Nationalparks im Besitz des Staates. Sie stehen unter Naturschutz und weisen weitgehende Nutzungsverbote auf, um den vorhandenen, vielfältigen Tier- und Pflanzenartbestand zu erhalten. Nationalparks haben zudem zwei Ziele. Zum einen soll die dort vorherrschende Natur bewahrt werden, zum anderen werden somit Erholungsgebiete für den Menschen geschaffen. Auch die Erforschung des Naturraumes stellt eine große und wichtige Aufgabe dar. Nationalparks müssen in Bauplanungen eingetragen und berücksichtigt werden und können nicht aufgehoben werden. Sie sind im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Nationalparks sind meist in verschiedene sogenannte Schutzzonen aufgeteilt. Je nach Schutzintensität sind dort wirtschaftliche Nutzungen genehmigt (wie zum Beispiel Baumrodung bis zum einem bestimmten Prozentsatz oder Fischfang) und können stattfinden. In den Kernzonen des Nationalparks verzichtet man auf menschliche Nutzung. Besonders sensible Bereiche sind selbst für Besucher nicht zugänglich. Nationalparks bestehen aus mindestens 1000 Hektar Land.
Merkmale und Geschichte zum Nationalpark
In einem Nationalpark wird der Natur keineswegs freien Lauf gelassen. Wenn es nötig ist, greift der Mensch regulierend ein, um die Artenvielfalt zu erhöhen oder um seltenen Arten einen Vorteil zu verschaffen. Wenn beispielsweise Arten eingeschleppt wurden, die nicht heimisch sind, werden sie ausgelesen, ausgerottete Arten werden, wenn möglich, wieder neu angesiedelt, Wild kann reduziert werden, Wiesen können vor einer Umwandlung zu einem Wald bewahrt werden oder Gewässer in einen natürlichen Zustand versetzt werden. Im Jahre 1885 baute die Regierung den ersten Nationalpark der Welt – in Kanada. Naturschutz war damals allerdings noch nicht das Motiv. Stattdessen sollte der Nationalpark vor allem wohlhabende Besucher anlocken. Die Transkontinentale Eisenbahn wurde geschaffen. Sie galt als die wohl wichtigste Entwicklung Kanadas und die Besucher sollten damit zu den Naturparks fahren. Heute gibt es über 40 Nationalparks in Kanada. Hinzu kommen außerdem einige Hundert Provinzparks, deren Zweck es ist, der Erholung zu dienen. Die UNESCO hat bereits acht der Nationalparks seit 1978 zum Weltnaturerbe ernannt. In Deutschland errichtete man den ersten Nationalpark, den Bayerischen Wald, im Jahr 1970. Nun bestehen in Deutschland 15 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 913.431 Hektar. Circa 80 % davon sind Watt- und Wasserflächen. Weltweit gibt es hunderte Nationalparks, wobei wohl die meisten in Australien zu finden sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
Nationalparks befinden sich meist in etwas abgelegenen und weniger besiedelten Regionen. Sie charakterisieren sich durch außergewöhnliche, teilweise bedrohte, Tier- und Pflanzenarten oder besondere Mineralien oder ungewöhnliche geologische Objekte wie Geysire und Heiße Quellen. Ein langfristiges Überleben soll ihnen in einem Nationalpark gewährleistet sein. Eine große Vielfalt an Naturräumen und Landschaften ist das wohl bedeutungsvollste Merkmal eines Nationalparks. Im Unterschied zu einem Naturpark oder Landschaftsschutzgebiet spielen im Nationalpark die Bedürfnisse der Natur die größte Rolle. Um den Erhalt dieser Naturwunder zu sichern, liegt es an uns Menschen, die Regeln solch eines Parks zu beachten und die Naturschutzgesetze einzuhalten.
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