Die Vielfalt der Gebiete zum Schutz von Flora und Fauna ist nahezu unüberschaubar. Nationalpark und Naturschutzgebiet hat man immerhin schon einmal gehört, was aber ein Biosphärenreservat oder ein FFH-Gebiet ist, da macht sich bei den Meisten schnell Ahnungslosigkeit breit. Schließlich haben die unterschiedlichen Gebiete neben dem Biotop- und Artenschutz auch noch andere Dinge zu erfüllen. Vielfältig sind die zu schützenden Bestandteile der Natur. Naturschutz ist die sanfteste Form, um die Vielfalt, von der auch unser Leben abhängig ist, zu schützen.
Die Natur braucht Schutz vor dem Menschen
Die strengste und gleichzeitig häufigste Schutzform ist das Naturschutzgebiet (NSG). In als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Regionen sollen in der Hauptsache bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Die einfachste und wichtigste Regel in einem Naturschutzgebiet lautet: Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten! Als Spaziergänger dürfen Sie weder die markierten Wege verlassen, noch Pflanzen pflücken oder Pilze sammeln – auch ohne dass alle 100 Meter ein Verbotsschild daran erinnert. Der Schutz kann sich auf Teilbereiche, wie Gewässer oder einzelne Baumarten, erstrecken oder für bestimmte Zeiten (zum Beispiel die Vogel-Brutzeit) Gültigkeit haben. In diesem Zusammenhang gültige Verbote sind ausgeschildert oder können bei den zuständigen Gemeinden erfragt werden.
Alpenpark Karwendel – größtes Naturschutzgebiet Europas
Im Zentrum des Alpenparks Karwendel liegt das größte Naturschutzgebiet Europas, das Naturschutzgebiet Karwendel. Es umfasst neben dem Karwendeltal weitere Täler, wie das Vomperloch, Halltal und Risstal mit seinen Nebentälern. In den Tallagen ist es von großem Waldreichtum geprägt, Schutt- und Latschenfelder dominieren die Bergflanken. Man findet unberührte Nebentäler mit naturbelassener Bachdynamik, Wasserfälle und Klammen bilden enge Schluchten mit Wäldern.
Wochenendausflüge in die Natur
Mountainbiker und Wanderer wissen die Natur und deren Schönheit im Karwendelgebiet zu schätzen und genießen sie bei ausgedehnten Ausflügen. Häufig nutzen Urlauber die vielen Hütten zu einer vollständigen Karwendel-Durchquerung. Die meistgenutzte Route läuft dabei ab Hinterriss zur Falkenhütte und von dort weiter zur Engalm. Bevor man am Ziel in Stans, Schwaz oder Vomp eintrifft, bietet sich noch eine Gelegenheit zum Stopp in der Lamsenhochhütte. Zu den beliebtesten Ausflugszielen im Naturschutzgebiet Karwendel gehört im Übrigen die Engalm. Durch die Nähe zu München nutzen viele die Region zu einem Wochenendausflug. Kein Wunder, verzaubert doch die Blattfärbung der bis zu 600 Jahre alten Ahornbäume die Landschaft jedes Jahr aufs Neue.
Natur wächst doch von alleine
Man kann natürlich fragen: Wozu das alles? Die Natur wächst doch von alleine – eben nicht, wie zahlreiche ausgestorbene Pflanzen- und Tierarten belegen. Beim Naturschutz geht es primär um den Erhalt bedrohter Pflanzen- und Tierarten, inklusiver der Lebensräume. Da der Mensch jedoch nach wie vor eifrig damit beschäftigt ist, die Landschaft nach seinen Wünschen umzugestalten, gefährdet er die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere. Unberührte Gebiete sind in Europa, im Gegensatz zu Kanada und Südamerika, nicht mehr vorhanden, Wildnis existiert hier nicht mehr. Naturschutzmaßnahmen und Renaturierungen, Wiederansiedlung von Tierarten und Pflege von Baumbeständen haben keinen wirtschaftlichen Nutzen und werden daher von vielen als unnötig angesehen. Um dem entgegen zu wirken, werden seit Jahren die Naturschutzgebiete konsequent ausgeweitet.
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